Das war 2007

31. Dezember 2007 | -221 Tage

Wenn mich jemand gefragt hätte, dann hätte ich wahrscheinlich geantwortet, dass 2007 nicht wirklich viel los war. Aber dann habe ich mir den Spaß gemacht im Tagebuch zurückzublättern und siehe da: 2007 war doch eigentlich ganz ereignisreich.

Im Frühjahr ging es etwas verhalten los, bei mir tummelten sich die Praktikanten Sina, Luise, Alexander und Christian und ihnen habt ihr die Berichte über Tontaubenschießen, Volleyball, Streethockey und den Weitspringer Christian Reif (der im März 2007 zurecht als zu Unrecht unbekannter Sportler beschrieben wurde) zu verdanken.

Dann aber ging es Schlag auf Schlag. Zuerst kam Wladi Kltischko zum Pressetermin nach Heidelberg, danach Uli Hoeneß in die SAP-Arena. An gleicher Stelle durfte ich das Handball-Länderspiel des Weltmeisters gegen Portugal sehen, genauso wie Deutschland gegen China im Basketball. Den Länderspiel-Abschluss machten die Hockeydamen und -herren mit ihren Spielen gegen Spanien bzw. Holland.

Auch mit unserem Projekt Peking 2008 ging es entscheidend weiter. Zum -500 Tage Countdown wurde mein Gruß auf der offiziellen Website des BOCOG veröffentlicht (und kann dort immer noch gefunden werden – allerdings mit viel Mühe). Ab Mai starteten wir die Zimmersuche mit hektischen Abwägungen und kleinen Rückschlägen, am 19. Mai habe ich zwei Karten für die Eröffnungsfeier bestellt. Am 1. Juni wurde das Reisepaket 4 Flüge und 2 Doppelzimmer durch DERTOUR bestätigt. Am 6. Juni habe wir unsere Ticketbestellliste übergeben, die am 22. September in großen Teilen bestätigt wurde. Inklusive einer Karte für die Schlussfeier.

Die Chinesen fliegen durch die Vorbereitung der Spiele und erlauben sich doch einen Fehler: in der 2. Phase des Ticketverkaufs in China brechen die Telefone und die Website zusammen, so dass der Inlandsverkauf gestoppt werden muss. Inzwischen wurde diese 2. Phase abgeschlossen, allerdings werden die Tickets jetzt unter den Bestellern verlost.

Für mich selbst begann dieses Jahr mit einer großartigen Reise durch Südamerika und endete fast in Hongkong. Ziemlich genau in der Mitte, am 17. Juni haben wir die OB-Wahl gewonnen und da freue ich mich auch heute noch drüber.

Liebe Freunde, ich denke, so kanns weiter gehen. Kommt gut ins neue olympische Jahr, das diesmal das Jahr der Ratte ist, dem Vieh, unter dem auch ich geboren bin. Doch dazu mehr im nächsten Jahr.

Golden Boy

28. Dezember 2007 | -223 Tage

 

Im Laufe dieses Jahres habe ich eine Menge Bücher gelesen, hier besprochen und in eine meiner Listen eingeordnet. Das letzte Buch, das ich in diesem Jahr vorstellen möchte, ist das Beste. Dass es für mich das beste ist, hat zwei Gründe: obwohl es nur auf englisch zu haben ist und ich nur vielleicht zwei Drittel richtig verstehe, ist dieses Buch von sprachlicher Brillanz und mit typisch britischem Humor geschrieben. Der zweite Grund liegt in der Geschichte, die mir nahe geht, weil ich etwas ähnliches gerade selbst erlebt habe. „Golden Boy" ist eine autobiografische Erzählung des Autors Martin Booth, der als 7-jähriger nach Hongkong zieht, weil sein Vater dorthin versetzt wird. Martin – mit für Chinesen glücksbringendem blondem Haar ausgestattet – macht sich nun daran, die Stadt und die chinesische Kultur für sich zu erkunden, indem er einfach losläuft und überall seine Nase reinsteckt. Und so ähnlich habe ich das vor 4 Wochen auch gemacht und es hilft natürlich schon, dass ich viele der beschriebenen Plätze gerade selbst besucht habe.

Leider bin ich nicht Elke Heidenreich, sonst könnte ich so schöne Dinge schreiben wie „ein warmherziges Buch über einen Jungen, der die Welt ohne Vorurteile sieht und beschreibt und der uns Lust auf eine fremde Kultur macht“ oder so ähnlich.

Es gibt in und zu diesem Buch einige bewegende Geschichten, eine hier zum Abschluss:

Die ausgesprochen sinophile Mutter Martins schleppt den Jungen zu einer Wahrsagerin, die ihm voraussagt, dass er mit 57 Jahren eine schwere Krankheit bekommen wird, von der er aber wieder gesunden wird. Sterben würde er mit 64 Jahren. Tatsächlich erkrankt er mit 57 an einem inoperablen Gehirntumor, an dem er mit 59 Jahren stirbt. Diese Krankheit war für Booth der Auslöser, seine Kindheitserinnerungen für seine Kinder aufzuzeichnen.

Olympia.de

28. Dezember 2007 | -224 Tage

Es ist schon ein paar Wochen her, da erhielt ich eine Mail von Niklas Doose aus Kiel, der in dieser Mail seiner Verwunderung Ausdruck verleiht, dass er erst jetzt auf diees kleine Tagebuch gestoßen ist, beschäftigt er sich doch seit über 10 Jahren mit Olympia, genauer gesagt mit der Verbreitung olympischer Nachrichten im Internet. Dazu hat er 1996 eine Website aufgebaut: olympia.de. Eigentlich war zuerst die Idee, sich schöne Domains zu sichern und olympia.de gehört eindeutig dazu. Da sich die Domain zunächst nicht verkaufen ließ, hat sich Niklas daran gemacht, die Seite selbst zu füllen. Und wie, das könnt Ihr euch selbst anschauen. Inzwischen kümmert sich ein ganzes Team um die Aktualisierung der Inhalte und ich finde, diese Fleißarbeit ist einen kleinen – nein, einen großen – Applaus wert. Und dabei, man mag es kaum glauben, war Niklas selbst noch nie bei Olympischen Spielen. Und da er auch nicht in Peking sein wird überlegen wir gerade (das heißt, ich überlege), ob wir aus Peking Berichte für Olympia.de bereitstellen können. Immerhin muss ich ja auch noch die offizielle Team-Peking-2008-Seite füllen.

Als ich mir gestern olympia.de noch einmal angeschaut habe, da ist mir bei den Google-Links auf der rechten Seite ein Link von euroteam.info aufgefallen, in dem das Versprechen auf Olympiatickets geäußert wird. Dem bin ich nachgegangen und musste dann doch ziemlich lachen: ein Ticket der Kategorie 1 für die Eröffnungsfeier soll 4000 Euro kosten (zzgl. 30 Euro Lieferkosten). Wahrscheinlich wird dafür ein Kartenbesitzer in China umgebracht. Eine Karte für eine Session der Hockey-Vorrunde (5 Euro bei uns) soll 90 Euro kosten. Und dieses Unternehmen rühmt sich fairer Preise.

Zwischen den Jahren

27. Dezember 2007 | -225 Tage

Das sind die Tage, nach denen ich mich seit mindestens 3 Monaten gesehnt habe. Die Tage, an denen man nichts machen will und dann trotzdem alles macht und so verbringe ich den 27. im Büro, wurstle hier und da und denke ein Jahr zurück: Buenos Aires!! Warum bin ich hier und muss mir Gedanken über Winterreifen machen? Klar, ich bin hier, weil ich die Kohle sparen muss für den August. Ein schönes Ziel, ein fairer Deal. Wir jammern nicht, nein wir treffen uns und überlegen, wie wir unsere Expedition Peking 2008 gestalten wollen. Und Ihr erfahrt die Ergebnisse als erstes.

Jetzt genießen wir die Ruhe der letzten Tage des vorolympischen Jahres, bevor es medial über uns hereinbricht. Und hier eure Hausaufgaben: schaut euch diese Website an und macht eine Inhaltsbeschreibung. Eine Seite genügt.
www.olympia.de

Sportler des Jahres

23. Dezember 2007 | -229 Tage

Den Sportler des Jahres gibt es auch in der Variante „Sportlerin des Jahres“ und „Mannschaft des Jahres“. Alle erhalten aber eine Art Designer-Dosenöffner erinnert. Der Preis sieht aus wie – naja, ich erspare euch die drastischen Worte der Liebsten – eine Figur mit Magen/Darmproblemen. Auf jeden Fall hat sie keine Arme und zu kurze Beine. Das ist entweder tragisch oder Kunst. Was aber, und da wusste auch die Liebste nicht weiter, waren die schwarzen Brösel am Hals der animierten Figur beim Trailer vor jeder Preisverleihung: Schokostreusel? Tee? Tabak. Und wieso wird Frau Hambüchen hanebüchen nach Fabians Kinderzimmer gefragt? Geht's noch? Und wer eigentlich berät unsere Sportlerinnen bei der Auswahl der Festgarderobe? Wer alle diese Fragen beantworten kann, bekommt weiße Weihnachten.

SWR 2

22. Dezember 2007 | -230 Tage

Über die Weihnachtsfeiertage kracht das Fernseh richtig auf und scheißt uns zu mit Filmen. Da ist auch der eine oder andere dabei, den ich normalerweise empfehlen würde. Nicht so heute. Es gilt vielmehr, ein Projekt zu würdigen, das ich für sensationell halte. SWR 2 feiert noch bis 6. Januar den Themenschwerpunkt „China“ und tut dies mit 160 Beiträgen und sonstigen Dingen wie Sprachkurs oder Quiz. Manchmal muss man zwar etlichen Langmut aufbringen, besonders bei Sendungen zu chinesischer Musik, aber das schaffen wir doch, oder?

Weil man unmöglich immer am Radio bleiben kann, hat SWR 2 ein Archiv mit ausgewählten Sendungen angelegt, die man jederzeit anhören kann. Ich hab's probiert: es funktioniert.
SWR 2

Kommen und Gehen

21. Dezember 2007 | -231 Tage

Wer kommt? Wer geht? Nun: zunächst komme ich wieder, zurück vom erkältungsgeschuldeten Krankenlager. Und es haben sich einige Geschichten angesammelt, so dass ich das Büro nicht abschließen will, ohne wenigstens einen Teil davon abgearbeitet zu haben.

Fangen wir mit dem Gehen an. Schon vor einigen Wochen hat sich Giuseppe, unser unbekannter Freund aus Ulm, vom Peking-Projekt verabschiedet. Sogar schriftlich abgemeldet hat er sich. Giuseppe, ich denke, du wirst uns treu bleiben und ich freue mich auf deine Kommentare, von mir aus auch zu deinem SSV Ulm.

Auch mein Athen-Roommate Uli lässt sich für Peking entschuldigen. Der DHB hat nur einen Journalisten akkreditiert, aber eben leider nicht Uli. Das ist blöd, denn für ihn hatte ich das 2. Bett reserviert.

Zwei gehen, 40 kommen. Vorgestern habe ich ein interessantes Telefonat mit einem ehemaligen Weltmeister im Viererbob und jetzigen Schwimmfunktionär geführt, der mir berichtet, dass er 40 Anmeldungen für Reisen nach Peking hat. Ich habe ihn gefragt, wo er die Tickets hernimmt, denn es geht ja dann wohl um die Schwimmwettbewerbe. Er sagt, er habe einen Vertrag mit Vieten-Tours und die würden die Karten besorgen – woher auch immer. Da bin ich sehr gespannt. Es werden derzeit einige größere Reisegruppen aus dem Umfeld der Sportvereine und -verbände zusammengestellt. Organisieren wollte ich das nicht und ich vermute, einige Veranstalter haben unruhige Weihnachten. Oder 4000 chinesische Strohmänner, die versuchen, Karten zugelost zu bekommen.

Aber was sollen trübe Gedanken so kurz vor dem Fest. Es is no immer alles jotjejange, und so wirds auch sein.

Maren Knebel
Wer zuerst lacht ...
Wer zuerst lacht ... 

12. Dezember 2007 | -240 Tage

Was machen Kanuten im Winter? Wahrscheinlich bleiben sie an Land. Auf jeden Fall haben sie Zeit, sich fotografieren zu lassen. So wie Maren Knebel aus Karlsruhe. Sie lacht, weil sie eigentlich immer lacht (das weiß ich, weil ich die Fotos gesichtet habe). Ich lache, weil ich neben einer aktuellen Doppelwelt- und Europameisterin (Im K4, wie wir Ruderexperten sagen, über 200 und 500m) stehen darf – und vielleicht neben einer zukünftigen Olympiasiegerin.

Letzte Woche in Beijing

11. Dezember 2007 | -241 Tage

Huanhuan, VerenaVerena und Beibei
Huanhuan, VerenaVerena und Beibei 

Nein, nicht ich war in Beijing, für den Rest des Jahres bleibe ich zuhause. Mein Maskottchen Verena habe ich dorthin geschickt, damit sie endlich die Olympiaquali klar macht. Und was soll ich sagen. Es sieht ziemlich gut aus. Verena fährt die 3000 Meter Einzelverfolgung so schnell wie keine andere Frau in Deutschland, weshalb die Trainer die Nominierung für Olympia in Aussicht gestellt haben. Ich freue mich, Verena freut sich und die beiden Eumel können gar nicht anders.

Vorweihnachtliche Bescherung

10. Dezember 2007 | -242 Tage

Die schönsten Geschenke sind doch die, die man sich nicht kaufen kann, wie z.B. Gesundheit oder dass es mal einen Tag trocken bleibt, an Sonne wage ich gar nicht zu denken. An diesem Wochenende aber fühle ich mich gleich mehrfach beschenkt und das will ich euch heute erzählen.

Normalerweise ignoriere ich an dieser Stelle das Fußballgeschehen, doch am Samstag begab es sich, dass – ich sage das mal so: „meine“ Vereine im Gleichschritt an die Tabellenspitze marschiert sind. In der Oberliga Baden-Württemberg der SV Waldhof, in der Oberliga Südwest die Wormatia aus Worms. Und weil es auch wieder anders kommen kann, freuen wir uns jetzt ganz arg.

Doch damit nicht genug. Die Stadt, die nach mir benannt ist, wird sich um die Olympischen Winterspiele bewerben. Somit habe ich endlich ein Ziel: 2018 werde ich mich zur Ruhe setzen und mich ganz dem olympischen Treiben widmen. Vielleicht auch 2022. Oder nie.

Und dann gab es heute noch ein drittes Geschenk. Der großartige Ronnie Reng hat heute sein Versprechen wahr gemacht und eine gewagte, wenngleich nicht unlogische Theorie, die ich einst ihm gegenüber geäußert hatte, in einen Artikel zur Champions Trophy in der Süddeutschen Zeitung einzubauen. Welche Ehre.

Ach so, die Theorie besagt folgendes: Markus hat seine Damenmannschaft als Wundertüte bezeichnet, wegen ihren Leistungsschwankungen. Kaum aber ist Markus bei den Herren, spielen die mal genial, dann wieder unterirdisch, während die Damen Europameister werden. Ist nicht vielleicht dann Markus die Wundertüte?

Nachlese

7. Dezember 2007 | -245 Tage

Große Pekingoper
Große Pekingoper 

Das mache ich immer so: erst Bilder von Mädels zeigen und dann meine Buch- und Filmtipps, die niemanden interessieren, hinterherschieben. Aus Hongkong habe ich mir den tollen Film „Lebewohl, meine Konkubine“ mitgebracht, was den Vorteil hat, dass DVDs dort nur 5 EUR kosten, aber den Nachteil, dass es sie nur im Original mit englischen Untertiteln gibt und dass der Länderschlüssel die Scheibe blockiert. Also habe ich den Film auf dem Laptop angeschaut und der geht 171 Minuten! In diesen fast drei Stunden wird die Beziehung zweier Männer, Partner in der Pekingoper „Lebewohl, meine Konkubine“ von der Kindheit 1924 bis zum tragischen Finale 1977 erzählt, immer vor dem Hintergrund der chinesischen Geschichte. Das ist sehr gut gemacht und gar nicht langweilig.

Im Gegensatz zu meinen beiden Buchempfehlungen, bzw. Nicht-Empfehlungen. Von Anchee Min war ich nach „Rote Azalee“ ziemlich angetan und habe mir die beiden biografischen Romane „Die letze Kaiserin“ und „Madame Mao“ besorgt. Beide Bücher sind aber sehr spröde und teilweise langatmig. Ich finde den Versuch der Annäherung an die beiden Figuren und die Ich-Erzählung teilweise interessant, aber als Einstieg in chinesische Literatur empfehle ich diese Romane nicht. Bitte nicht kaufen.

 
 
Heaven can wait

4. Dezember 2007 | -248 Tage

Heaven can wait - Hockey in der Hölle. So oder so ähnlich zumindest lautet das diesjährige Motto der allvorweihnachtlichen Fotoproduktion, bei der sich diesmal nicht nur unsere Lieblingshockeymädels vor Alex' Kanera begeben haben, sondern die Herren gleich mit. Teil 1 dieser Produktion ist am kommenden Wochenende beim Heimwochenende zu sehen, nämlich im Hallensaisonheft, Teil 2 wird dann eine Woche später zu haben sein, denn es gibt nach einem Jahr Pause wieder einen Kalender. Er kostet 10 EUR und ist auf 100 Exemplare begrenzt. Vielleicht sind diese Previews drin, vielleicht auch nicht.

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Bequemer Einkaufen

1. Dezember 2007 | -251 Tage

Jetzt ist die hohe Zeit des Geschenkekaufens und der wahre Olympionado schenkt in dieser Saison seinen Lieben Beijing-Devotionalien. Bisher mussten wir uns bei Ebay bedienen, immer auf der Suche nach dem Schnäppchen, was dazu geführt hat, dass meine Schubladen überquellen mit Schleifen, Pins, Münzen etc.

Doch Abhilfe naht: in Form des Olympic E-Stores, über den man angeblich viele schöne Sachen bestellen kann, z.B. T-Shirts, die auch die richtige Größe haben. Ich habe mich natürlich schon registriert und werde bald einen Selbstversuch starten.
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